Эффект Китя
Эффект Китя - Эффект «книжной обложки»
Ein Buch ist nicht nur ein Stapel Seiten mit Text; es ist ein Ganzes, das durch seinen Einband seine Seele, durch seine Beschaffenheit seine Identität und durch die Ränder seiner Seiten eine verborgene Welt offenbart. Das, was wir heute als „Kitya-Effekt“ bezeichnen und was eigentlich eine uralte Tradition der Buchkunst ist – das Bemalen der Seitenränder –, ist die Reise, auf der das Buch seinen Status als bloßes Objekt verliert und zu einem Kunstwerk, ja sogar zu einer Schatzkiste wird.
Die flache, weiße und kühle Oberfläche, die entsteht, wenn man die Seiten eines Buches zusammenlegt, ist ein „Leerraum“, der dem Leser meist entgeht. Der Kitya-Effekt verwandelt diesen Leerraum in eine Leinwand. Ist der Buchdeckel die Außenwelt der Geschichte, so sind diese an den Rändern eingearbeiteten Bilder das Fenster, das sich nach innen, in die Tiefe dieser Welt öffnet.

„Wenn der Leser das Buch in die Hand nimmt, begegnet ihm nicht nur ein Text; seine Fingerspitzen spüren die Kühle des Einbands und die feine Verarbeitung an den Seitenrändern. Das ist das erste ‚Hallo‘, das das Buch dem Leser entgegenbringt.“
Durch diesen Effekt verwandelt sich das Buch von einem namenlosen Klotz, der in den Regalen aufgereiht ist, in ein regelrechtes Gemälde. Ein nebliger Wald, der am Rand eines Fantasy-Romans auftaucht, eine vergoldete Palastverzierung, die am Rand eines Klassikers eingearbeitet ist, oder zarte Blumenmuster, die über den Rand eines Gedichtbands hinausragen … Diese Details lassen die Seele des Buches nach außen dringen.
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